In welcher Relation stehen die möglichen Impfnebenwirkungen zu der Gefahr, an Covid zu versterben?

Vorwort

Zunächst soll auf ein paar Besonderheiten hingewiesen werden, die bei den im Folgenden verwendeten Daten beachtenswert sind:

Verwendet wurden nur offzielle Daten von

  • European Medicines Agency (EMA): Nebenwirkungsverdachtsfälle
  • European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Verabreichte Impfungen
  • Our World in Data (Owid), welches die Daten von nationalen und internationalen Institutionen bezieht: Bevölkerungszahlen und Covid-Tote

Die Links zu den verwendeten Quellen sind am Ende dieses Beitrags angegeben.

Betrachtet wird die Summe der 30 Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR, oder im Englischen EEA). Dies deshalb, weil die EMA-Datenbank in Bezug auf die einzelnen Nebenwirkungsverdachtsfälle keine weitere Unterscheidung nach einzelnen Ländern zulässt.

Der EWR umfasst etwa 450 Mio. Einwohner. Je nach Datenbank unterscheiden sich die Zahlen ein wenig. Bei Owid z. B. (worauf sich viele internationale Statistiken beziehen) ist festzustellen, dass die Bevölkerungszahlen teilweise etwas zu hoch ausgewiesen werden. Insgesamt fallen die Differenzen zu anderen Angaben aber nicht ins Gewicht und können vernachlässigt werden.

Eine weitere Besonderheit in den verschiedenen Datenbanken besteht darin, dass die EMA Nordirland zum EWR hinzurechnet, während das ECDC dies nicht tut. Für Nordirland weist die EMA bislang 4.117 Nebenwirkungsverdachtsfälle bei insgesamt 359 Tausend Verdachtsfällen im gesamten EWR aus (das sind etwa 1%). Da für Nordirland nur die gesamten Verdachtsfälle ermittelbar sind und nicht nach Schwere oder Art unterschieden werden kann, können die nordirischen Daten in diesem Beitrag nicht herausgerechnet werden.

Darüber hinaus entspricht die nordirische Bevölkerung nur 0,4% zur Bevölkerung des EWR. Etwaige Datenverzerrungen sind also auch hier vernachlässigbar.

Weitaus mehr fällt ins Gewicht, dass die offiziellen Betrachtungen und Stellungnahmen sowohl der Krankheit Covid-19 als auch der möglichen Impfnebenwirkungen eine klare kommunikative Haltung erkennen lassen, bei der nicht auszuschließen ist, dass sie sich auch in den offiziellen Zahlen widerspiegelt. Indizien dafür gibt es viele.

So ist z. B. bis heute rätselhaft, dass der Hinweis darauf, dass, bis auf möglicherweise wenige Ausnahmen, Tote im Zusammenhang mit Covid eine oder in der Regel mehrere Vorerkrankungen hatten, meist als zynisch verschrien wird.

Bei möglichen Impfnebenwirkungen passiert wiederum genau das Gegenteil: Todesfälle im Zusammenhang mit der Impfung werden refexhaft Vorerkrankungen oder dem Alter angelastet. Dieses Messen mit zweierlei Maß ist aber nicht objektiv.

Natürlich sind Impfnebenwirkungsverdachtsfälle Verdachtsfälle und noch keine Bestätigung, dass tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem gemeldeten Fall und der Impfung besteht. Das gilt übrigens ebenso für Tote im Zusammenhang mit Covid.

Aber darüber hinaus ist bereits aus Studien in der Vergangenheit bekannt, dass nur ein Bruchteil der Impfnebenwirkungen tatsächlich offiziell erfasst wird.

Laut einschlägigen Studien (siehe Beispiel-Quellen am Ende des Beitrags) dürften in der Vergangenheit die Meldungen über Nebenwirkungen nur etwa 5% betragen haben. In seltenen Fällen – und je nach Thematik – wird über bis zu 20% berichtet. Andere Studien kommen auf weniger Meldungen.

Aufgrund der medialen Aufmerksamkeit zu den aktuellen Covid-19-Impfstoffen kann es aber auch sein, dass die Berichtszahl aktuell höher ist, als es üblicherweise in der Vergangenheit der Fall war.

Insgesamt kann guten Glaubens davon ausgegangen werden, dass Impfnebenwirkungen chronisch unterberichtet werden, während Tote im Zusammenhang mit Covid eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Überberichtserstattung zeigen.

Im Zusammenhang mit Impfnebenwirkungsmeldungen kommt verschlimmernd hinzu und ist sehr auffällig, dass z. B. nur etwa 27% der vom Paul-Ehrlich-Institut aufgeführten Nebenwirkungsverdachtsfälle in Deutschland in der EMA-Datenbank auftauchen (siehe hier)

Diese Rahmenbedingungen beachtend, kann nun zu den Berechnungen übergegangen werden.

Bisher berichtete Nebenwirkungsverdachtsfälle aller an die EMA berichtenden Länder

Obwohl in diesem Beitrag speziell auf den EWR Bezug genommen werden soll, da hier die Länder und Bevölkerungszahlen bekannt sind und die Relationen errechnet werden können, soll der Vollständigkeit halber zunächst die bisherige Gesamtzahl der Nebenwirkungsverdachtsfälle gezeigt werden. (Für die Gesamtzahl der EMA-Meldungen ist nicht angegeben, welche Länder diese genau betreffen.)

(Zur vergrößerbaren Ansicht können alle Tabellen und Grafiken am Ende des Dokumentes heruntergeladen werden.)

Bisher tauchen in den EMA-Datenbanken zu den vier Covid-Impfstoffen von Pfizer, Astra Zeneca, Moderna und Janssen folgende Nebenwirkungsverdachtsfälle auf:

  • etwa 9,6 Tausend Tote
  • etwa 263 Tausend schwerwiegende Nebenwirkungsverdachtsfälle (außer den Todesfällen) und
  • etwa 317 Tausend sonstige Nebenwirkungsverdachtsfälle

In Summe sind das etwa 590 Tausend Nebenwirkungsverdachtsfälle.

Schwerwiegende Nebenwirkungsereignisse sind grundsätzlich, wie auch bei der EMA, wie folgt definiert:

  • Tod
  • Lebensbedrohlichkeit
  • erfordert Hospitalisierung oder verlängerte, bereits bestehende Hospitalisierung
  • führt zu anhaltender oder erheblicher Behinderung oder (Arbeits)unfähigkeit
  • führt zu einer angeborenen Anomalie (Geburtsfehler) oder
  • ist sonst „medizinisch signifikant“ (d. h., dass die Nebenwirkung zwar nicht vorangehende Kriterien erfüllt, aber als ernst angesehen wird, da eine Behandlung / ein Eingriff erforderlich sein könnte, um eines der vorhergehenden Kriterien zu verhindern.)

Da in diesem Beitrag die Todesfälle gesondert ausgewiesen werden, sind die schwerwiegenden Nebenwirkungsverdachtsfälle jeweils ohne die Todesfälle aufgeführt.

Bisher der EMA berichtete Nebenwirkungsverdachtsfälle im Europäischen Wirtschaftsraum

In der folgenden Tabelle sind die der EMA zu den Impfungen der Hersteller Pfizer, Astra Zeneca, Moderna und Janssen gemeldeten Impfnebenwirkungsverdachtsfälle im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) aufgeführt. Es gibt noch mindestens zwei weitere Impfstoffe, die im EWR verabreicht wurden oder werden, nämlich diejenigen aus China und aus Russland. Nebenwirkungsverdachtsfälle hierzu sind bei der EMA aber nicht aufgeführt oder sind nicht ermittelbar.

Bisher tauchen in den EMA-Datenbanken zu den vier Covid-Impfstoffen von Pfizer, Astra Zeneca, Moderna und Janssen für den EWR folgende Nebenwirkungsverdachtsfälle auf:

  • etwa 4,7 Tausend Tote
  • etwa 59 Tausend schwerwiegende Nebenwirkungsverdachtsfälle (außer den Todesfällen) und
  • etwa 295 Tausend Verdachtsfälle sonstiger Nebenwirkungen

In Summe sind das etwa 359 Tausend Nebenwirkungsverdachtsfälle.

(Wem die Disproportionalität der Daten der Summe aller Länder im Vergleich zu der Summe der EWR-Länder aufgefallen sein sollte: Mir ist sie auch aufgefallen. Die möglichen Gründe dafür sind nicht bekannt.)

Das ECDC gibt für den EWR an, welche Impfdosen bisher verabreicht wurden. Unter Einbezug dieser Daten kann pro 100 Tausend Impfdosen (was nicht gleichbedeutend mit geimpften Personen ist!) angegeben werden:

  • 1,55 Tote
  • 19,35 schwere Nebenwirkungsverdachtsfälle (außer den Totesfällen)
  • 96,02 Verdachtsfälle sonstiger Nebenwirkungen

In Summe sind das etwa 117 Nebenwirkungsverdachtsfälle pro 100 Tausend Impfdosen.

Hier wurde das Verhältnis der Impfnebenwirkungsverdachtsfälle auf die verabreichten Impfdosen gerechnet und nicht auf die geimpften Personen, wie es richtig wäre, weil wöchentlich geimpfte Personen pro Hersteller in den verwendeten Datenbanken nicht angegeben sind.

Wie kann nun das Impfrisiko mit dem Covid-Sterberisiko verglichen werden?

Zwar kann man behaupten, dass die gemeldeten Nebenwirkungsverdachtsfälle nur marginal sind und das wird auch getan. Aber die Wahrnehmungen können hier sehr verschieden sein. Es soll in diesem Beitrag versucht werden, ein Maß zu finden, um die Relationen klarer bewerten zu können.

Eine häufige Behauptung geht in etwa so: ″Ja, die Impfungen können schwere Nebenwirkungen haben und sie können in Einzelfällen sogar zum Tod führen. Aber an Covid sterben doch viel mehr! Sogar normiert auf 100 Tausend Menschen.“

Denjenigen, die zu der oben geschilderten Behauptung tendieren, kann geantwortet werden: Ja, das stimmt! …Aber der Vergleich hinkt!

Denn die Grundgesamtheiten, die in der Betrachtung notwendig sind, um Relationen berechnen zu können, sind unterschiedlich. Sie sind es nicht nur in der Höhe sondern auch in ihrer Dynamik.

Es ist vergleichsweise einfach, die Relation der Impfnebenwirkungen zu berechnen – sofern man der Einfachheit halber unterstellt, dass die Daten verlässlich, konsistent und vollständig sind.

Das soll an einem bildhaften Beispiel zu veranschaulicht werden:

Man stelle sich vor, man hätte einen leeren – unbegrenzt großen – Topf vor sich. Und neben sich hätte man eine unbegrenzte Anzahl Murmeln.

Sagen wir, jeder mindestens einmal Geimpfte repräsentiert eine dieser Murmeln. Für jeden neu Geimpften legt man eine Murmel in diesen Topf, der vor dem Beginn der Impfungen natürlich leer ist.

Es ist nun recht einfach: Zu jedem Zeitpunkt kann man nachzählen, wie viele Murmeln sich im Topf befinden und weiß sofort, wieviele bereits Geimpfte es gibt. Das ist zum jeweiligen Zeitpunkt die Grundgesamtheit. Da zu jedem Zeitpunkt auch zusammengezählt werden kann, wieviel Geimpfte Impfnebenwirkungen (Verdachtsfälle) erlitten haben (EMA-Datenbank), kann man auch zu jedem Zeitpunkt berechnen, welche Relationen diese Impfnebenwirkungsverdachtsfälle in Bezug auf die insgesamt bereits geimpften Personen haben.

Die Grundgesamtheit ist simpel und klar definiert: Es sind nur die mindestens einmal geimpften Personen. Und die erhöht sich im Zeitablauf.

In Bezug auf die Relation und damit die Wahrscheinlichkeit einer Covid-Erkrankung oder schlimmstenfalls des Todes im Zusammenhang mit Covid kann das so nicht gerechnet werden!

Zum gleichen Zeitpunkt des Beginns der Impfungen ist der erwähnte, imaginäre Topf, dessen Inhalt an Murmeln diejenigen Menschen repräsentiert, die potenziell im Zusammenhang mit Covid versterben könnten, nämlich nicht leer! Es befinden sich bereits zu Beginn etwa 450 Millionen Murmeln im Topf. Man legt sie nicht hinein; sie sind schon darin. Diese 450 Millionen Murmeln repräsentieren die Einwohner des EWR, die potenziell im Zusammenhang mit Covid erkranken können und schlimmstenfalls daran sterben können.

Während die Grundgesamtheit der Geimpften konkret abzählbar ist und sich von Woche zu Woche erhöht, beginnend bei Null, ist die Grundgesamtheit der Menschen, die theoretisch an Covid versterben können, prinzipiell immer gleich hoch. Jede Woche beträgt sie von Neuem etwa 450 Millionen Menschen.

Nun könnte man verschiedene Einwendungen erheben, z. B.:

  • Müssten die Geimpften nicht abgezogen werden?
  • Müsste nicht abgezogen werden, wer schon Covid hatte oder daran gestorben ist?
  • Sollte man nicht nur die Infizierten zählen?
  • etc. etc.

Die Antwort darauf muss lauten: Nein! Die Grundgesamtheit derjenigen, die im Zusammenhang mit Covid erkranken oder sogar sterben könnten, bleibt trotzdem im Prinzip immer dieselbe oder verändert sich höchstens in einem Maße, das vernachlässigbar ist!

Die Gründe dafür sind unter anderen folgende:

  • Jeden Tag werden unzählige Menschen geboren, werden 18 Jahre alt, werden 80 Jahre alt oder werden wie alt auch immer.
  • Jeden Tag werden nicht nur Menschen geboren, sondern sterben auch Menschen (auch ohne Covid).
  • Auch Geimpfte können Covid bekommen. Das ist kein Streitpunkt. Nur der prozentuale Anteil ist nicht bekannt.
  • Es ist nicht bekannt, inwieweit eine bereits erlittene Covid-Erkrankung Immunität erzeugt, oder wie lange oder wogegen genau. Schon gar nicht, inwieweit sie gegen verschiedenste Mutationen immun macht. (Das gilt übrigens mindestens so sehr, eher mehr, für die Impfungen.)
  • Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen bereits an Covid erkrankt waren oder ohne zu erkranken mit dem Virus in Kontakt gekommen sind.
  • Es ist ebenfalls nicht bekannt, wie viele Menschen überhaupt an Covid erkranken (können). Aufgrund z. B. einer Grundimmunität oder einer neuerdings erworbenen Immunität. Oder weil sie ganz einfach so nicht daran erkranken.
  • Virus-Erkrankungen unterliegen einer Dynamik, die letztlich nicht wirklich im Detail vorhersehbar wäre. Beispiel Grippe: Trotz vorhandener Impfungen ist sie nicht einzudämmen, noch ist der jährliche Verlauf vorhersehbar.

Infektionskrankheiten – insbesondere diejenigen respiratorischer Art – sind nicht ohne Weiteres kalkulierbar. Insbesondere kann man sie eben nicht berechnen, indem man Murmeln aus einem Topf herausnimmt oder hinein legt.

Fazit: Die Grundgesamtheit derjenigen, die an Covid versterben könnten, bleibt prinzipiell in ihrer Zahl immer gleich hoch.

Infektionskrankheiten unterliegen also einer Dynamik. Übrigens gilt das genauso für die Impfungen. Denn niemand kann sagen, welche Effektivität sie aktuell haben, noch, welche Effektivität sie den – ganz normalerweise – auftretenden Mutationen gegenüber haben werden. Auch hier die Parallele zu den Grippeviren: Für jede Saison werden schließlich neue Impfstoffe entwickelt.

Um dieser Dynamik Rechnung zu tragen, bleibt ein Vergleich im Zeitablauf. Gemeint ist, die Krankheit Covid-19 als auch die Impfungen als einen Prozess ohne Anfang (außer bei den Impfungen) und ohne Ende zu betrachten und daraus eine Zeitspanne genauer zu betrachten.

Das Risiko, an einer Impfung zu versterben im Vergleich zum Sterberisiko an der Krankheit Covid-19

Im Sinne der vorherigen Betrachtungen können die folgenden Vergleiche im Zeitablauf erstellt werden.

Da bei den Nebenwirkungsverdachtsfällen nicht bekannt ist, auf welche Impfwoche sie sich beziehen, sind die tödlichen Nebenwirkungsverdachtsfälle kumuliert dargestellt, da sonst die Wochenrelationen verzerrt werden könnten. Es wäre aber genauso möglich, sie nicht kumuliert darzustellen, in der Summe ändert das nichts. Aber die Kumulation macht die Relation über die Wochen klarer. Die generellen Covid-Todeszahlen sind natürlich nicht kumuliert, da die Grundgesamtheit in jeder Woche von Neuem dieselbe ist.

Die Daten der EMA und des ECDC unterscheiden sich ein wenig: Während die EMA-Nebenwirkungsverdachtsfälle sich auf auf vier spezifische Impfstoffe beziehen, beziehen sich die geimpften Personen (ECDC) auf alle verabreichten Impfstoffe, inklusive des chinesischen und des russischen. Die verfügbaren Datenbanken lassen keine differenzierte Betrachtung nach Wochen zu. Da die Summe des russischen und des chinesischen Impfstoffs einen recht geringen Anteil ausmacht, wurde dieser Faktor vernachlässigt. Ein Herausrechnen des chinesischen und russischen Impfstoffes, was korrekter wäre, würde tendenziell zu einer leichten Erhöhung der Todesfallzahlen pro 100 Tausend geimpfte Personen führen.

Als Grafik stellen sich die Zahlen der oberen Tabelle wie folgt dar:

Bis zur Kalenderwoche 06/2021 war die Wahrscheinlichkeit, im Zusammenhang mit Covid zu versterben, größer, als im Zusammenhang mit der Impfung zu versterben. Nicht überraschend. Schließlich gab es bis zu diesem Zeitpunkt wenige Impfungen und es war auch nicht zu erwarten, dass sofort alle diesbezüglichen Nebenwirkungsverdachtsfälle gemeldet sind.

In den Kalenderwochen 07/2021 bis 18/2021 war die Wahrscheinlichkeit, im Zusammenhang mit einer Covid-Impfung oder aber im Zusammenhang mit einem Covid-Nachweis zu versterben etwa gleich groß, mit einer leichten Tendenz hin zum Tod im Zusammenhang mit Covid.

Seit der Kalenderwoche 19 ist die Wahrscheinlichkeit, als Impfnebenwirkungsverdachtsfall zu versterben für Geimpfte größer, als allgemein im Zusammenhang mit Covid zu versterben.

Beide Gefahren sind – zumindest anhand der Daten – vergleichsweise gering. (Das kommt auf die Betrachtung an.) Aber die Wahrscheinlichkeit des Todes durch eine Covid-Erkrankung ist aktuell geringer. Wenn man so rechnen wollte, wie Impfhersteller in ihren Studien es tun, müsste man hier sagen: Das Risiko, im Zusammenhang mit einer Covid-Impfung zu versterben ist aktuell zwei bis vier Mal so groß, wie im Zusammenhang mit Covid zu versterben.

Darüber hinaus ist Risiko von Impfnebenwirkungen ein Risiko, das durch eine Entscheidung und Handlung herbeigeführt wird.

Fazit

Aktuell ist für einen Geimpften im Europäischen Wirtschaftsraum die Wahrscheinlichkeit, im Zusammenhang mit einer Covid-Impfung zu versterben, größer, als die Wahrscheinlichkeit für alle Einwohner (Geimpfte als auch Ungeimpfte), im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung zu versterben.

Wie diese Bilanz zu bewerten ist, sei jedem selbst überlassen.


Quellen:

Impfdosen EU/EEA Staaten / Dashboard und Tabellen:

https://vaccinetracker.ecdc.europa.eu/public/extensions/COVID-19/vaccine-tracker.html#uptake-tab

ECDC-Datenbank

https://www.ecdc.europa.eu/en/publications-data/data-covid-19-vaccination-eu-eea

EMA-Datenbanken

(Unter Buchstabe ″C“ , dann ″Covid“ sind die Impfstoffe nach Hersteller aufgeführt.)

https://www.adrreports.eu/en/search_subst.html

Our World in Data-Datenbank:

https://github.com/owid/covid-19-data/tree/master/public/data

Zur größeren Ansicht herunterladbare Dateien:

8 Kommentare zu „In welcher Relation stehen die möglichen Impfnebenwirkungen zu der Gefahr, an Covid zu versterben?

  1. Sehr interessanter Vergleich! Auch die Unsicherheitsfaktoren, die in die Berechnung eingehen, sind gut benannt. Was natürlich beim Vergleich der reinen Summenwerte nicht berechnet werden kann, was aber in der Praxis relevant ist, wäre ein Altersvergleich: Eventuell bestehen ernste Nebenwirkungen oder Todesfälle nach der Impfung eher bei jüngeren Personen, deren Risiko, an Covid ernsthaft zu erkranken oder gar zu sterben, niedriger ist im Vergleich zu über 70 jährigen Personen.

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  2. „Wie kann nun das Impfrisiko mit dem Covid-Sterberisiko verglichen werden?“

    Das ist eigentlich nicht möglich. Aus einem ganz einfachen Grund:

    _ das Impfrisiko wird zusätzlich eingegangen. Es ist ein Zusatzrisiko, wie etwa, wenn jemand Base-Jumping betreibt. Würde er das Unterlassen, gäbe es die daraus resultierenden Risiken für ihn auch nicht. Also ein zusatzrisiko zum normalen „Lebensrisiko“ zu verunglücken. Genauso mit der „Impfung“: wer sich impfen lässt (das ist eine aktive Entscheidung, die Impfung ist eine Tat die auch unterbleiben kann, wie man auch auf Base-Jumpen verzichten kann), ,lädt sich die Risiken selbst auf – wer sich nicht impfen lässt hat diese Risiken eben einfach NICHT!

    _ nun wird behauptet, durch die Impfung (und den damit eingegangene Risiken) würden andere Risiken vermindert. Das ist zu aller erst eine Behauptung. Eine Behauptung, die sich auf statistische Werte stützt – und auf nichts sonst. Nun sagen statistische Werte immer etwas über die betrachtete Gruppe als Gesamtheit aus – aber nur in sehr seltenen Fällen (nur bei Gleichverteilung des betrachteten Risikos) etwas über ein einzelnes Mitglied der Gruppe. Wer schwere Impfnebenwirkungen erleidet, erleidet diese zu 100%. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit deren Eintritts bei einer gemischten Gruppe nahe bei Null Prozent läge.
    Statistische Eintrittswahrscheinlichkeiten für gemischte Gruppen (jeder hat ein eigenes, anderes individuelles Risiko) sagen mir als Mitglied der Gruppe Null und Nichts aus, bieten mir keinerlei Entscheidungskriterien. (wenn ich als Frau sagen würde, statistisch sind unter den toten Base-Jumpern mehr Männer als Frauen, also habe ich als Frau ein geringeres Risiko beim Base-Jumping zu verunglücken, so wird jeder sehen können, dass das einfach bescheuert ist.)

    _ nun ist aber der angebliche „Sicherheitsgewinn“ (also die angebliche Risiko-Minimierung) durch das Impfen überhaupt nicht gegeben. Die Impfung würde weder vor Infektion, noch vor Erkrankung noch vor Tod durch Covid schützen – sie würde lediglich in ein paar Fällen die Schwere der Covid-Erkrankung mildern. Und diese Erkenntnis stammt aus dem statistischen Wert eine sehr kleinen, gemischten Gruppe – ist also für individuelle Einzelschicksale völlig irrelevant.

    _ an Covid zu erkranken ist ein normales Lebensrisiko. Ein Lebensrisiko, dass ich übrigens für mich individuelle minimieren kann – ohne dabei irgend welche Zusatz-Risiken einzugehen: gesunde Ernährung, Sport an der frischen Luft und Sonne, Zusammensein, Vergnügen, Freude, Vitamin D, Stressreduktion, …

    _ die angebliche „Impfung“ ist dagegen ein sich zusätzlich aufgebürdetes Risiko, das vielleicht in einer Gruppe statistisch das Risiko, an Covid schwer zu erkranken senken mag, was aber überhaupt nicht heißt, dass damit für mich individuell ein Risiko gesenkt wäre (Vorerkrankung, Genausstattung, Prädisposition, Alter, Immunstatus – das sind alles individuelle Faktoren, keine Gruppen-Faktoren, diese Faktoren gelten also einzig nur für mich persönlich, bestimmen mein Krankheits-Risiko für mich einzig und individuell, die Gruppe ist ein Gemisch au verschiedensten solchen individuellen Eigenschaften. Nur die statistische Betrachtung erzeugt aus dieser Vielfalt individueller Gegebenheiten eine Einfalt: eine einzige Zahl, angeblich gültig für alle!)

    Also in kurz:

    ein Lebensrisiko, dass ich sogar noch aktiv und völlig risikolos minimieren kann, lässt sich niemals mit einem zusätzlich sich aufgebürdeten Risiko wie etwa eine Impfung vergleichen oder in Beziehung setzten. Das sind einfach zwei paar Stiefel:

    sich einem zusätzlichen Risiko aussetzen – oder eben den normalen Lebensrisiken ausgesetzt sein, diese vielleicht sogar noch INSGESAMT aktiv minimieren durch risikolose, allgemein förderliche Interventionen einer bewussten, achtsamen, positiven Lebensführung.

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    1. Ich würde Ihren Ausführungen gar nicht widersprechen wollen. Aber hier sind wir sehr tief in der individuellen Interpretation. Das ist aber nicht die Intention meines Beitrages. Im Beitrag habe ich einen bestimmten Aspekt beleuchtet und diesen kommentiert. Der Beitrag eignet sich aber nicht dazu, dass ich alles hineinpacke, was insgesamt zu bedenken oder zu betrachten wäre. Das könnte ich auch gar nicht leisten. Allerdings: Risiken und Wahrscheinlichkeiten sind im Grunde immer mathematische oder statistische Verhältnisse. Wie wir sie dann bewerten oder ob wir sie überhaupt objektiv ermitteln können, ist eine andere Frage.

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  3. Zunächst: Großes Kompliment für dieses extrem gute Blog, das ich erst (via Multipolar) entdeckt habe!

    Dennoch denke ich, dass der Vergleich zwischen den jeweils errechneten Todesraten durch mögliche Impfnebenwirkungen sowie durch Covid-19-Infektionen in dieser Form statistisch nicht zulässig ist (bin selbst jedoch weder Statistiker noch Mediziner), denn die Grundgesamtheiten sind nicht vergleichbar; der Artikel vergleicht die (vermutete) Letalitätsrate der Impfungen mit der Mortalitätsrate der Krankheit.

    Ein solcher Vergleich wäre auch für jeden Krankheitserreger unsinnig, mit dem in einem betrachteten Zeitraum nicht hundert Prozent der jeweiligen Population in Kontakt kamen; beispielsweise sterben in Deutschland pro Jahr vielleicht dreißig von hunderttausend all der im Zeitraum mit Influenza infizierten Menschen (Letalität), jedoch an Influenza nur zehn von hunderttausend aller dort lebenden Menschen (Mortalität), weil sich eben trotz des gleichen Agens die jeweiligen Grundgesamtheiten unterscheiden.

    Hinsichtlich der Frage des Artikels bedeutet dies, dass pro Zeiteinheit zwar alle (denkbaren) Impftoten mit Impfstoff Kontakt hatten, doch zeitgleich nicht alle 450 Millionen EWR-Bewohner mit SARS-CoV-2.

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    1. Erst einmal vielen Dank für Ihr Kompliment!
      Ich weiß, was Sie meinen. Aber es ist absichtlich so, dass ich in diesem Beitrag nicht die Infection Fatality Rate betrachtet wird. Die ist übrigens gar nicht bekannt. Darüber hinaus: Selbst wenn man sie kennen würde, so wäre sie immer unterschiedlich, je nach dem, was und wen man betrachtet. Aber selbst, wenn das alles bekannt wäre, so wäre es nicht allein entscheidend, um den Verlauf oder die Schwere einer Epidemie oder Pandemie einschätzen zu können oder das Risiko der Erkrankung innerhalb einer Saison zu bewerten.
      Ich will dies am Beispiel der jährlichen Influenza-Wellen versuchen darzustellen: Auch dort kann keine wirklich klare Aussage zur Infection Fatality Rate (IFR) gemacht werden, die hängt nämlich von sehr vielen Faktoren ab. Zum Beispiel wird die durchschnittliche IFR für einen 80-Jährigen nicht dieselbe sein wie für einen 30-Jährigen. Die IFR kann auch von Saison zu Saison und von Mutation zu Mutation eine andere sein. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist aber: Um – in der Regel hinterher – bewerten zu können, wie schlimm eine Saison war, ist entscheidend, wie viele Menschen sich überhaupt angesteckt haben oder anstecken konnten bzw. von der Ansteckung überhaupt etwas gemerkt haben. Und das sind nicht 100 Prozent der Grundgesamtheit.

      Das ist der Grund, weshalb ich, um eine Risikobewertung vornehmen zu können, Covid in diesem Beitrag als einen dynamischen Prozess betrachten muss. Und dabei muss ich alle einbeziehen, die potenziell davon betroffen sein könnten.

      Zur Nachvollziehbarkeit im Folgenden beispielhaft die Darstellung einer Risikoeinschätzung für Influenza-Infektionen und nur in Deutschland:
      Die Schätzungen des RKI liegen zwischen 2 und 14 Millionen Menschen, die sich jährlich in Deutschland mit der Influenza anstecken. Aber eben nicht alle 83 Millionen! Wir wissen aber nicht, welche 2 oder 14 Millionen von 83 Millionen sich anstecken könnten. Für eine Risikobewertung in einer Grippesaison ist aber relevant, wieviele von 83 Millionen (also allen) sich anstecken. Nehmen wir einmal beispielhaft an, es läge eine Saison vor, bei der sich 14 Millionen Menschen anstecken, dann ist das Risiko für jeden Einzelnen, an Influenza zu erkranken, etwa 17% von 83 Millionen, aber eben nicht 100% von 14 Millionen. Denn für die 14 Millionen ist die Ansteckung ja erstens keinRisiko mehr, sondern vollendete Tatsache, und es ist zweitens nicht im voraus bekannt, wen es trifft.

      Um wiederum ein Sterberisiko für alle, die es potenziell betreffen kann, einschätzen zu können, muss zunächst einmal das Infektionsrisiko bewertet sein. Das Sterberisiko hängt nun einmal zu allererst vom Infektionsrisiko ab. Und – wie gesagt – es bezieht sich dann auf alle, die sich infizieren können.

      Eine Impfung nun, die ja eine aktive, bewusste Handlung ist, sollte – wie auch immer man insgesamt zu dem Thema stehen mag – IMMER ein wesentlich geringeres Risiko darstellen, als die Erkrankung selbst.

      Die Risiken einer Erkrankung betreffen immer alle. Die Risiken einer Impfung selbstredend immer nur die Geimpften, von denen aber alle.
      Die Risiken einer Impfung betreffen also immer 100% der Geimpften und nicht z. B. 17% der Geimpften.

      Vereinfacht gesagt:
      Als Einzelner muss ich mich fragen: Wie hoch ist die Gefahr, dass ich an Covid erkranke? Und als Einzelner bin ich einer von – in diesem Fall – 450 Millionen. Der Antwort auf diese Frage muss ich folgende Frage gegenüberstellen: Wie hoch ist die Gefahr, bestimmte Nebenwirkungen durch eine Impfung zu erleiden? Und diese Frage stelle ich nicht als einer von 450 Millionen, sondern als einer von allen Geimpften.

      Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, den Grundgedanken ein wenig klarer zu machen.

      Das war nun eine rein zahlenmäßige Betrachtung. Es gibt natürlich noch viele weitere Perspektiven, die ethischer, philosophischer oder sonstiger Natur sind. Aber dafür ist dieser Beitrag nicht geeignet.

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  4. Interessante, gut gemachte Betrachtung!
    Für die individuelle Einschätzung sollte man noch beachten, dass das Risiko, an Covid zu versterben, nach einer Impfung durch das für 1-2 Wochen gestörte Immunsystem erhöht ist. Auch dieses Risiko ist ein durch die Impfung selbst aufgebürdetes Risiko, es ist aber in der Statistik als Covid-Sterberisiko für die Gesamtheit mit abgebildet. Ein Teil der dritten Welle wird diesem Effekt zugeschrieben und hat z.B. in Israel wohl sogar eine Zeit lang eine Übersteblichkeit verursacht.
    Weiterhin bedenkenswert ist die hohe Dunkelziffer bei den Impfnebenwirkungen, die, wenn man sie berücksichtigen könnte, das Verhältnis Impfrisiko vs. Covid-Risiko weiter zu ungunsten der Impfung verschiebt.

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    1. Vielen Dank!
      Ja, ich kann Ihren Anmerkungen folgen! Nur leider fehlt mir die Möglichkeit, dies anhand von Zahlen genauer zu betrachten. Zum Teil legen die Verlaufskurven in den verschiedenen Ländern aber sehr nahe, dass die von Ihnen genannten Punkte eine Rolle spielen. Und ja, sowohl die Dunkelziffer bei den Impfnebenwirkungen als auch die Überhöhung der Todesursache Covid würde das Verhältnis des Imppfrisikos gegenüber einem Covid-Risiko weiter verschlechtern.

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